RDKS-PFLICHT (UN ECER141) BEI NUTZFAHRZEUGEN
Seit Juli 2022 gilt die Pflicht für ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) bereits für alle neu typgenehmigten Fahrzeuge der Klassen M2, M3, N1 bis N3 sowie O3 und O4. Seit Juli 2024 greift die Regelung vollumfänglich: Seitdem müssen sämtliche neu zugelassenen LKW, Transporter, Busse und Trailer verpflichtend mit einem RDKS ausgestattet sein.
Personenbeförderung
M2: Mit mehr als 8 Sitzen und einer zulässigen Gesamtmasse bis 5 Tonnen
M3: Mit mehr als 8 Sitzen und einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 5 Tonnen
Güterbeförderung
N1: Mit einer zulässigen Gesamtmasse bis 3,5 Tonnen
N2: Mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 bis 12 Tonnen
N3: Mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 12 Tonnen
Anhänger
- O3: Mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 bis 10 Tonnen
O4: Mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 10 Tonnen
DIE VORTEILE VON RDKS FÜR NUTZFAHRZEUGE
Maximale Sicherheit bei Druckverlust durch sofortige Warnung.
Reduzierung von CO2-Emissionen durch Kraftstoffeffizienz.
Verbesserte Kraftstoffeffizienz durch optimierten Reifendruck.
Reduzierung von Ausfallzeiten und Betriebskosten.
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WICHTIGE FAQs
Welche Vorteile bietet ein RDKS für Nutzfahrzeuge?
Ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) erhöht die Fahrsicherheit, verbessert die Kraftstoffeffizienz, verlängert die Lebensdauer der Reifen und reduziert die CO2-Emissionen und senkt Ihre Betriebskosten. Ebenso werden Ausfallzeiten durch frühzeitige Erkennung von Problemen minimiert.
Welche Lkw- und Trailerklassen fallen genau unter die RDKS-Pflicht nach UN ECE R141?
● M2 und M3: Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit mehr als acht Sitzplätzen zusätzlich zum Fahrersitz
● N1 bis N3: Fahrzeuge zur Güterbeförderung
● O3 und O4: Anhänger
Welche Folgen hat es, wenn ein Fahrzeug der betroffenen Klasse nicht mit einem RDKS ausgestattet ist?
Fahrzeuge, die nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, können bei Verkehrskontrollen beanstandet werden. Zudem kann es zu Problemen bei der Zulassung und bei der Hauptuntersuchung kommen.
Kann RDKS bei Nutzfahrzeugen nachgerüstet werden?
Ja, nicht nur bei Neuzulassungen, sondern auch bei bestehenden Nutzfahrzeugen in Ihrem existierenden Fuhrpark kann ein Reifendruckkontrollsystem nachgerüstet werden, ist aber nicht verpflichtend. Erst bei Neuzulassungen ab Juli 2024 greift die Pflicht.
Müssen Bestandsfahrzeuge über 3,5 Tonnen verpflichtend mit RDKS nachgerüstet werden oder besteht Bestandsschutz?
Nein, es besteht keine gesetzliche Nachrüstpflicht. Für bereits zugelassene Lkw, Busse und Trailer gilt ein rechtlicher Bestandsschutz.
Rechtslage: Die Pflicht nach UN ECE R141 (EU GSR II) gilt ausschließlich für das Inverkehrbringen von Neufahrzeugen (Typgenehmigungen ab 6. Juli 2022, Erstzulassungen ab 7. Juli 2024). Auch bei einem Halterwechsel oder Weiterverkauf muss kein RDKS nachgerüstet werden.
Freiwillige Nachrüstung: In der Praxis rüsten viele Flottenbetreiber Bestandsfahrzeuge freiwillig nach, um:
Reifenplatzer, Ausfallzeiten und Kraftstoffkosten zu reduzieren,
Telematikdaten für den gesamten Fuhrpark einheitlich zu überwachen,
eine reibungslose Kombination aus neuen Zugmaschinen (mit RDKS) und älteren Trailern zu gewährleisten.
Welche Konsequenzen hat ein defekter RDKS-Sensor bei der Hauptuntersuchung (HU) eines Sattelaufliegers?
Die Konsequenzen hängen vom Erstzulassungsdatum des Sattelaufliegers ab:
Erstzulassung ab 7. Juli 2024 (gesetzliche RDKS-Pflicht): Ein defekter Sensor oder ein Systemfehler wird als erheblicher Mangel (EM) gewertet. Die HU-Plakette wird verweigert. Nach Behebung des Fehlers muss der Auflieger innerhalb eines Monats zur Nachprüfung.
Erstzulassung vor 7. Juli 2024 (Bestandsfahrzeug / freiwillige Nutzung): Bei freiwillig verbauten Systemen gilt ein Defekt in der Regel nur als geringer Mangel (GM) oder Hinweis. Die HU-Plakette wird erteilt, sofern der tatsächliche Reifendruck und der Reifenzustand den Vorschriften entsprechen.
Wie wird der Fahrer über den Reifendruck informiert?
Der Fahrer wird über ein Warnsignal im Armaturenbrett informiert. Bei modernen Systemen der Sattelzugmaschine kann die genaue Position des betroffenen Reifens und der aktuelle Druck angezeigt werden.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, weitere technische Details über ein verbautes Display einzusehen. Ebenso sind auf der INFLEET App von TIRECHECK genaue Radpositionen und detaillierte Informationen jederzeit einsehbar.
Wie kommunizieren die Sensoren mit der Zugmaschine?
Die Sensoren senden die gemessenen Daten drahtlos an ein Steuergerät im Fahrzeug, oft über Funkfrequenzen wie 433 MHz. Das Steuergerät verarbeitet die Daten und zeigt sie dem Fahrer an.